Zwei kürzlich bekannt gewordene, kritische Schwachstellen in der Skriptsprache PHP betreffen weltweit eine sehr grosse Zahl von Webseiten und Onlinediensten. PHP bildet die technische Grundlage für einen Grossteil der Webplattformen, von einfachen Informationsseiten über Onlineshops bis hin zu verbreiteten Content-Management-Systemen. Die als «PHP2Shell» bezeichneten Schwachstellen ermöglichen es Angreifern, aus der Ferne Schadcode auf betroffenen Servern auszuführen und so im schlimmsten Fall die vollständige Kontrolle diese zu übernehmen. Internationale Sicherheitsbehörden stufen die Lage als besonders gravierend ein.

Betreiber von Webseiten sollten Sicherheitsupdate umgehend installieren

In Liechtenstein wurden unmittelbar nach Bekanntgabe der Schwachstellen die nötigen Sicherheitsmassnahmen getroffen. Das Computernotfallteam CSIRT.li der Stabsstelle Cyber-Sicherheit hat die für den Empfang der Warnmeldungen registrierten Unternehmen und insbesondere die sog. kritischen Infrastrukturen umgehend über die Sicherheitslücke informiert.

Die Regierung rät weiterhin allen Betreibern von Webseiten, Onlineshops und digitalen Unternehmensplattformen, sich unverzüglich mit den zuständigen Systemadministratoren, IT-Dienstleistern oder Webhosting-Anbietern in Verbindung zu setzen. Sicherheitsupdates sollten so schnell wie möglich eingespielt werden, um Schäden zu verhindern. 

Webseiten der Landesverwaltung mit Sicherheitsupdates ausgestattet

Das Amt für Informatik hat ebenfalls sofort reagiert und betroffene Webseiten vom Netz genommen. Nach kurzen Wartungsfenstern von weniger als einer Stunde war der Grossteil der rund zehn betroffenen Webseiten wieder online. Einzig die Seite umfragen.llv.li ist noch vom Netz. Da derzeit keine Umfragen stattfinden, wird das Sicherheitsupdate hier in den kommenden Tagen eingespielt.

Es sind keine Angriffe mithilfe der PHP-Sicherheitslücke auf Webseiten der Landesverwaltung bekannt. Konkrete Angriffsindikatoren liegen ebenfalls nicht vor.