Derzeit halten sich rund 930 Schutzsuchende aus der Ukraine in Liechtenstein auf. In den letzten 12 Monaten hat sich diese Zahl um 190 erhöht. Nachdem ein Ende des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine nicht absehbar ist, kommt der laufenden Bereitstellung von geeignetem Wohnraum eine hohe Bedeutung zu. Die Unterbringungsstrategie der Regierung sieht vor, dass neben der laufenden Anmietung von privatem Wohnraum auch grössere Kollektivunterkünfte genutzt werden.

Bislang befinden sich alle grösseren Kollektivunterkünfte für Schutzsuchende aus der Ukraine im Oberland. Deshalb hat die Regierung im Herbst 2024 entschieden, eine weitere Kollektivunterkunft im Unterland zu realisieren. Dem Land wurde in Eschen ein geeignetes Gebäude im Industriegebiet zur Miete angeboten. Nachdem der Landtag im Dezember 2024 der Realisierung zugestimmt hatte und im Sommer 2025 die Baubewilligung erteilt wurde, konnte mit dem Umbau begonnen werden. Zwischenzeitlich konnten die baulichen Massnahmen abgeschlossen werden, sodass die Kollektivunterkunft in Betrieb genommen werden kann.

In der Kollektivunterkunft Eschen können bis zu 60 Schutzsuchende aus der Ukraine untergebracht werden. Mit dem Umbau wurden neben Schlafzimmern auch Küchen, Nasszellen und Aufenthaltsräume realisiert. Zur Unterstützung einer zirkulären und nachhaltigen Bauweise konnten verschiedene Bauteile anderer Gebäude wiederverwendet werden.

Am 29. Mai konnten Innenminister Hubert Büchel und der Leiter der Stabsstelle für staatliche Liegenschaften Jonas Hasler die Liegenschaft besichtigen und für den Betrieb übergeben. «Mit der Kollektivunterkunft Eschen schaffen wir wichtige Kapazitäten zur Unterbringung von Schutzsuchenden», so Regierungsrat Hubert Büchel. «Der Umbau verlief nach erteilter Baubewilligung reibungslos. Der notwendige Wohnraum für Schutzbedürftige konnte durch die Umnutzung innerhalb eines bereits bestehenden Gebäudes effizient realisiert werden», führt Stabsstellenleiter Jonas Hasler aus.

Die Flüchtlingshilfe Liechtenstein ist für die Betreuung der Schutzsuchenden zuständig und wird in den kommenden Wochen die ersten Schutzsuchenden in der Liegenschaft unterbringen.